Volles Vertrauen in Kommandanten und Vereinsführung

Dienst- und Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Schlatzendorf – 187 Stunden aktiv bei 22 Einsätzen

Von Konrad Limbeck (Bericht des Viechtacher Bayerwald-Boten vom 10.05.2022)

Die Führungsriege der Feuerwehr Schlatzendorf um Kommandant Florian Voitl (links) und Vorsitzenden Martin Pinzl (hinten rechts).



Schlatzendorf. Mit einem einstimmigen Vertrauensbeweis können die Kommandantur der Freiwilligen Feuerwehr Schlatzendorf und die Führungsriege des Feuerwehrvereins das Jahr 2022 anpacken. In der 147. Mitgliederversammlung, verbunden mit der Dienstversammlung, am Samstag (07.05.2022) im Landgasthof Tremml sind Florian Voitl und Stefan Wittmann als Kommandanten sowie Martin Pinzl und Alexander Vogl als Vorstände erneut in ihren Ämtern bestätigt worden.

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Unter den zahlreich erschienenen Vereinskameraden begrüßte Vorsitzender Martin Pinzl Ehrenvorstand Erich Muhr, die Ehrenmitglieder Hans Stieglbauer, Franz Wittmann und Rudolf Stieglbauer sowie 2. Bürgermeister Hans Greil und die Stadträte Alois Pinzl jun., der zugleich Dorfsprecher ist, und August Wanninger. Gekommen waren auch Kreisbrandrat Hermann Keilhofer und Kreisbrandmeister Franz-Adolf Bielmeier sowie Martin Goham vom EC als Vertreter der Schlatzendorfer Ortsvereine. Bei einer Gedenkminute erinnerte die Versammlung an die verstorbenen Mitglieder August Muhr und Eduard Englmeier.


„Mir fehlte das Miteinander, 2021 war bereits das zweite verlorene Jahr für die Gesellschaftlichkeit unseres Vereins“, sagte Vorsitzender Martin Pinzl. Er habe die gemeinsamen Besuche von Vereinsfesten und sonstiger Veranstaltungen vermisst. Zugleich aber sei er stolz auf die „rasant wachsende Kinderfeuerwehr, denn hier haben wir mit Erna Vogl und Caro Wittmann Turbodamen, die die Kinder mit immer neuen Ideen begeistern.“ Pinzl erinnerte daran, dass die Wehr in einem Zeitfenster von vier bis fünf Monaten wenigstens die Möglichkeit hatte, den Kameradschaftsabend und zwei Wanderungen, zum Hochpröller und nach Schweinberg, durchzuführen. Das Gratulieren zu runden Geburtstagen konnte meist nur mit Glückwunschkarten erfolgen, wofür die Jubilare hoffentlich Verständnis hatten, meinte Pinzl. Er blickt zwar hoffnungsvoll in die Zukunft, gibt aber auch zu: „Es wird sicher nicht leicht sein, die Mitglieder wieder für Veranstaltungen und Unternehmungen zu begeistern.“ Deshalb will die Wehr für die Vereinsmitglieder künftig wieder alle vier Wochen eine Veranstaltung anbieten. „Denn zu unserem 150-jährigen Jubiläum in drei Jahren brauchen wir eine gut funktionierende Truppe.“ Nur wenn alle mitmachen und ihre „wertvolle Zeit investieren“, könne man so ein Jubiläum feiern.


Die vorgelegte Änderung der Vereinssatzung in Bezug auf die Mitgliedsbeiträge wurde ohne Gegenstimme angenommen. Abschließend verwies der Vorsitzende noch auf diverse Termine und auf den geplanten Drei-Tages- Ausflug ins Weinviertel, in die Wachau und nach Wien, wozu sich gleich einige Mitglieder anmeldeten, so dass die Vorbereitung auf den Weg gebracht werden kann.


Auf das Einsatzgeschehen im zweiten Coronajahr 2021 blickte Kommandant Florian Voitl zurück. Er berichtete von insgesamt 22 Einsätzen – 17 Technische Hilfeleistungen, drei Brände und zwei Brandmeldeanlageneinsätze – mit 187 Einsatzstunden. Neben Einsätzen nach Verkehrsunfällen waren auch Wasser- und Sturmschäden zu beseitigen und eine Personensuche abzuarbeiten. „Erfreulicherweise wurden wir von größeren Quarantäne-Maßnahmen verschont und konnten bei allen Einsätzen trotz Corona- Pandemie immer mit ausreichenden Einsatzkräften vor Ort sein und die Einsätze problemlos abarbeiten“, erklärte der Kommandant. Jedoch wäre wünschenswert, wenn sich auch nicht mehr so aktive Kameraden wieder mehr an den Einsätzen beteiligen, sagte Voitl, der auch noch einige Zahlen parat hatte. Demnach beträgt der Altersdurchschnitt bei 69 aktiven Mitgliedern 43,5 Jahre. Neben den Übungen zur Leistungsprüfung wurden 22 Übungen mit insgesamt 229,5 Übungsstunden geleistet.

 

Auch auf das Feuerwehrhaus – erfüllt als Unterkunft für Mannschaft und Geräte alle Anforderungen, bräuchte allerdings eine Außenfassaden-Sanierung – und Neu- oder Ersatzbeschaffungen – haben uns auf das Notwendigste beschränkt – ging Voitl ein und betonte, dass sich der hauptamtliche Gerätewart, der für die Feuerwehren der Stadt Viechtach bei jeglichen Arbeiten und Erledigungen behilflich ist, bewährt habe. Zudem zählte er auf, wer von den Kameraden an Lehrgängen und Ausbildungen teilgenommen hat (siehe unten).

 

Wolfgang Patzlsperger ist neuer Jugendwart

 

Jugendwart Thomas Oberberger berichtete, dass der Nachwuchs trotz der schwierigen Bedingungen 2021 auf 13 Tage Jugendfeuerwehr mit insgesamt 108 Mannstunden kam. Er erinnerte an die Aktionen, Ausbildung und Übungen seiner Jugendgruppe und kündigte schließlich seinen Rückzug vom Jugendwarts-Posten an –nach zwölf Jahren im Amt. „Ich weiß, dass mein Nachfolger Wolfgang Patzlsperger das Amt mit derselben Hingabe ausführen wird. Ich übernehme ab diesem Jahr einen Posten im Kreisjugendfeuerwehrverband Regen, so dass ich in gewisser Art und Weise der Jugendarbeit erhalten bleibe und ihr weiterhin auf mich zukommen könnt“, kündigte Oberberger an.

 

Zwölf Kinder mit einem Durchschnittsaltervon7,6 Jahren sind in der Kinderfeuerwehr Schlatzendorf integriert und werden von Erna Vogl mit ihrer Stellvertreterin Carolin Wittmann als Beauftragte der seit drei Jahren bestehenden Gruppe betreut. In ihrem Jahresbericht blickte Erna Vogl auf schönen Gruppenstunden und Aktionen mit der Kinderfeuerwehr zurück. Neben der Kinderfeuerwehr werden von der Gruppe auch weitere Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, über den Feuerwehrverein betreut, sagte die Kinderbetreuerin und bedankte sich bei all ihren Helferinnen, den Kommandanten und der Vereinsführung für die tatkräftige Unterstützung.

 

Nach einem in Einnahmen und Ausgaben im Detail aufgeteilten Bericht von Finanzwart Andreas Wagner konnte ein guter Jahresüberschuss verkündet werden. Kassenprüfer Xaver Kellermeier stellte fest, dass die Kasse vorbildlich geführt wurde. Daraufhin erfolgte einstimmige Entlastung für Kassier und Vorstandschaft.

 

Die von 2. Bürgermeister Hans Greil im Schnelldurchlauf durchgeführte Neuwahl der Kommandantenundder Vorstandschaft erbrachte allesamt einstimmige Ergebnisse (siehe unten).

 

Grußworte der Ehrengäste

 

Als gebürtiger Schlatzendorfer freut es mich, hier die Grüße der Stadt zu übermitteln, sagte 2. Bürgermeister Hans Greil und entschuldigte Bürgermeister Franz Wittmann, der die Stadt bei einer Parallelveranstaltung vertrat. Die Corona-Zeit sei keine leichte Zeit gewesen, sagte er. Erfreulich sei aber, dass es in der Feuerwehr Schlatzendorf eine gute aktive Mannschaft und eine gut organisierte Vereinsführung gebe, die an diesem Abend bestätigt wurde, wozu Greil herzlich gratulierte.

 

Als Dorfsprecher freute sich Stadt- und Kreisrat Alois Pinzl, dass das Vereinsleben bei der Feuerwehr Schlatzendorf trotz Pandemie nicht zum Erliegen gekommen ist. „Bei unserer Feuerwehr hat es noch nie ein Nein gegeben, wenn es galt, Hilfe zu leisten oder ehrenamtlich im Einsatz zu sein, betonte er. Das Aufstellen des Maibaumes sei wieder ein Beweis dafür gewesen, dass die Vereine und die Dorfgemeinschaft funktionieren, meinte Pinzl und richtete einen besonderen Dank an Erna Vogl für die wertvolle Betreuung der Kindergruppe im Dorf.

 

„Die umfangreichen Berichte und die Ergebnisse bei den Neuwahlen sind ein Beweis, dass bei der Feuerwehr Schlatzendorf alles stimmt und es trotz Corona keine großen Probleme gab“, sagte Kreisbrandrat Hermann Keilhofer. Nun sei es an der Zeit, das Pensum an Übungen und Ausbildung wieder hochzufahren, was bei der hiesigen Wehr kein Problem sei, sagte Keilhofer und wünschte der Mannschaft eine erfolgreiche, aber auch eine unfallfreie Arbeit bei Übungen und im Einsatz.

 

Wahl und Personalien

 

  • Lehrgang als Gruppenführer an der Feuerwehrschule Regensburg: Wolfgang Patzlsperger;
  • Training am Holzverspannungssimulator: Johann Ecker, Heinrich Fuihl, Christian Gehr, Wolfgang Patzlsperger, Andreas Wagner, August Wanninger, Wolfgang Wühr und Stefan Wittmann.
  • Leistungsprüfung im Löscheinsatz: Thomas Oberberger (6-Gold/Rot), Johann Schötz (3-Gold), Lukas Aichinger, Mario Bieberle, Wolfgang Patzlsperger, Thomas Pinzl und Jonas Rackl (je 2-Silber) und Timo Probst.
  • Beförderungen und Ernennungen: Mario Bieberle, Christopher Kümmel, Timo Probst und Jonas Rackl zum Feuerwehrmann sowie Sabrina Mühlbauer und Mirijam Peter zur Feuerwehrfrau; Wolfgang Patzlsperger zum Löschmeister; neuer Jugendwart ist Wolfgang Patzlsperger.
  • Ehrungen für 10 Jahre aktive Dienstzeit: Wolfgang Patzlsperger, Thomas Pinzl und Johannes Schötz
  • Neuwahlen: 1. Kommandant: Florian Voitl; 2. Kommandant: Stefan Wittmann; 1. Vorstand: Martin Pinzl; 2. Vorstand: Alexander Vogl; Schriftführer: Matthias Wittmann; Kassenleiter: Andreas Wagner; Kassenprüfer: Xaver Kellermeier und Anton Reisinger; Aktivenvertreter: Mathias Pinzl und Lena Lobmeier; Fahnenjunker: Mario Bieberle; Passivenvertreterin: Katrin Hermann.


Foto: Konrad Limbeck

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Schlatzendorfer Maibaum: Mit Schwaiberl und Irxenschmalz

Traditionell wurde der Maibaum in Schlatzendorf wieder mit „Schwaiberl“ und „Irxenschmalz“ aufgestellt. Organisiert wurde das 18. Maibaumaufstellen von der aktiven Dorfgemeinschaft (Vertreter der sechs Ortsvereine: FFW, EC, ESV, Schnupferclub, Veteraner- und Reservistenverein und Dartclub). 

 Maibaumaufstellen, Weihnachtsmarkt, Kinderspieltag oder Preiskartenspiele gehören inzwischen zu festen Bestandteilen der Dorfgemeinschaft und tragen so zum Zusammenhalt im Dorf bei, so Sprecher Alois Pinzl.  Etwa 100 Feriengäste, Kinder und vor allem „Einheimische“ waren gekommen, um mit vereinten Kräften den 30 m Baum in die Senkrechte zu hieven. Im eigens aufgestellten Zelt war für Verpflegung gesorgt.

 Kommandogeber war wie alle Jahre der Schnupfer-Vorstand Hans Rankl. Gestiftet wurde die ranke Fichte vom „Huttersberger Toni“ (Anton Reisinger). 

 Am Rande des traditionellen Maibaum-Aufstellen dankten die Vereinsvorstände den ehemaligen Dorfsprecher Erich Muhr mit einem „Ruhebankerl“, „Danke für die Zeit – Dorfgemeinschaft Schlatzendorf“ stand auf der eigens angefertigten Gartenbank, gemeint waren damit die über 20 Jahre (2001 – 2021), in denen Erich Muhr Dorfsprecher war. 

Im letzten Jahr übernahm Stadtrat Alois Pinzl dieses Amt.

Ein Maibaum für die Kinder

Schlatzendorf. Neben dem großen Maibaum, der in Schlatzendorf nach coronabedingter Pause traditionell von der Dorfgemeinschaft aufgestellt wird, wurde heuer erstmals ein eigener Maibaum von der Kinderfeuerwehr aufgestellt. Die Kinder durften den Baum und den Kranz im Feuerwehrhaus mit Bändern schmücken und ihn anschließend ganz alleine zum Dorfplatz tragen, wo er mit vereinten Kräften und unter viel Applaus der Eltern aufgestellt wurde. Bestens verpflegt wurden die Kinder von Erna Vogl und dem Kinderfeuerwehr-Team mit Bratwürstl-Semmeln. Die Kinder hatten große Freude und sind sehr stolz auf ihren Maibaum.